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Frozen Shoulder

Frozen Shoulder

Wenn Haare fönen zur Last und eine Dose Erbsen aus dem Hängeschrank zu holen eine Herausforderung wird.
Nachdem wir uns „Schulter Impingement“ angesehen haben, gehen wir heute in das zweite orthopädische Krankheitsbild: Die Frozen Shoulder. Wir wollen uns anschauen was das ist, wen es betrifft, welche Symptome auftreten und was du tun kannst, um dein Schultergelenk wieder mobil zu machen.

Was ist Frozen Shoulder?
Der Begriff kommt aus dem englischen „frozen – eingefroren“ / „shoulder – Schulter“ und besagt das was es ist: die Schulter „friert“ ein d. h. Unbeweglichkeit im Schultergelenk. Dabei handelt es sich in erster Linie um eine Stoffwechselerkrankung, sie kann aber auch nach einer Operation, einem körperlichen Trauma oder einer Verletzung auftreten. In den meisten Fällen betrifft es beide Schultergelenke.
Bei dieser Erkrankung gehen Bewegungen bei denen der Arm vom Körper abgespreizt oder der Arm über Kopf geführt wird mit großen Schmerzen einher. Die gute Nachricht: In der Regel heilt die Erkrankung nach 6 Monaten bis 2 Jahren von selbst aus.

Wen betrifft es?
Menschen zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr sind am meisten betroffen. Prozentual mehr Frauen als Männer. Was wohl auf die Veränderung der Hormonlage im weiblichen Körper in den Wechseljahren zurück zu führen ist.

Welche Arten gibt es?
Es gibt die primäre Frozen Shoulder, bei der die Ursache bisher unbekannt ist, und die sekundäre Frozen Shoulder, die auf Verletzungen, Verschleiß des Gelenks oder Operationen zurück zu führen ist.
Aber auch zu wenig oder zu einseitige Bewegung im Schultergelenk, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes melitus und Schilddrüsenerkrankungen können Einflüsse darauf haben.
Warum zu wenig oder einseitige Bewegung zu einer Frozen Shoulder führen können!

Unser Schultergelenk ist ein Kugelgelenk d. h. für mich, ich kann dieses dafür nutzen meinen Arm in verschiedene Richtungen abzuspreizen, ihn in verschiedene Richtungen anzuheben und meine Schulter vor und zurück kreisen zu lassen.

Unser Alltag sieht leider etwas anders aus. Ganz selten „benutzen“ wir unser Schultergelenk für das wofür es da ist. Ganz im Gegenteil wir wählen eine Richtung und eine Höhe in der unsere Arme lange, lange Zeit verweilen. Nämlich entweder mit dem Handy in der Hand oder die Finger auf der Computer Tastatur. Auch unser Berufsleben lässt in der Regel unserem Schultergelenk keine „Freiheit“ die meisten Berufe sind auf ein und die selbe Armhaltung ausgelegt. Ich denke an die Frau an der Theke der Bäckerei, den netten Herrn an der Kasse, den Maler, die Mechanikerin das könnte ich endlos weiter führen.


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Woran merke ich, dass ich an Frozen Shoulder erkrankt bin?
Dazu gibt es zwei recht simple Tests, den Apley-Kratztest hier wird eine Hand von oben und eine Hand von unten hinter den Rücken geführt. Berühren sich die Fingerspitzen ist das Gelenk frei, berühren sie sich nicht kann das auf eine Immobilität im Schultergelenk deuten. Beim zweiten Test liegst du auf dem Rücken und verschränkst die Arme hinter deinem Kopf. Klappt das? Alles gut. Klappt es nicht, kann auch das auf eine Immobilität des Schultergelenks hindeuten.

Primäre (idiopathische) Frozen Shoulder – Stress als Grunderkrankung
Bei meiner Recherche zu diesem Thema bin ich auf einen Interessanten Artikel bei Body&Health Creation gestoßen. 

Dr. Rob geht in seinem Artikel davon aus, dass ein einseiften der Schulter bei primärer Ursache unter anderem auf Stress und psychische Belastung zurück zu führen ist. Er geht davon aus, dass seine Patienten unter erhöhtem Stress leiden, sich dieses aber nicht eingestehen wollen und der Körper sich – ab einem bestimmten Punkt – nicht mehr anders zu helfen weiß als eben mit Schmerz und Krankheit zu reagieren.
Ich gehe mit dieser Meinung absolut konform und sehe das wie Dr. Rob. Dazu mehr in meinem Artikel: Was passiert, wenn du dich zu lange auf einem hohen Stresslevel befindest.

Wie verläuft die sekundäre Erkrankung?
Der Verlauf wird in drei Stadien unterteilt:

Stadium I: Entzündung. In diesem Stadium ist das Schultergelenk noch frei beweglich, allerdings sind Bewegungen schon sehr schmerzhaft und auch in der Nacht und bei Ruhe können starke Schmerzen auftreten, bei denen in den meisten Fällen auch kein Schmerzmittel Linderung verschafft.

Stadium II: Versteifung. Nach etwas 3 Monaten lassen die Schmerzen nach und die Schulter wird immer unbeweglicher. Das Ellenbogengelenk kann nicht mehr auf Schulterhöhe angehoben werden. Es besteht keine akute Entzündung mehr, aber die Gelenkkapsel vernarbt. Sie schrumpft und dickt ein.

Stadium III: Erholung. Die Schulter lässt sich wieder bewegen und die Schmerzen lassen nach. Anschließend ist es wichtig die Schultermuskulatur zu kräftigen und das Gelenk zu mobilisieren.

Was kannst du tun?
Vor allem eines: Vorbeugen! Schau, dass du dein Schultergelenk dafür benutzt wofür es gemacht wurde. Kreise deine Schultern, hebe deine Arme in alle Richtungen, führe deine Hände öfter hinter deinen Rücken, kräftige die Muskulatur und mobilisiere das Gelenk so oft du kannst.

Übungen bei Frozen Shoulder unter Schmerz:

Bei Schmerzen ist es wichtig, schonend zu unserem Körper zu sein, deshalb beschränke ich mich hier auf zwei Übungen, die ich persönlich für sehr wertvoll halte.

  1. Armpendeln mit und ohne Gewicht
  2. Crosstrainer, wobei die Kraft aus den Beinen kommt und die Arme nur locker mitgeführt werden

Ansonsten schau was dir gut tut, Kälte oder Wärme Therapie, sorge für ganz viel Ruhe und Entspannung in deinem Alltag, versuche dich vom Schmerz abzulenken und deine Aufmerksamkeit auf etwas anderes zu fokussieren.

Schmerzen sind nicht immer schlecht, ja sie sind nervig, aber grundsätzlich wollen sie uns etwas sagen: Hör hin!

In weniger schmerzhaften Phasen oder gegen Ende der Erkrankung ist es wichtig in die Kräftigung und Mobilisierung zu gehen.

  • Frontheben mit Gummiband – soweit wie es der Schmerz zu lässt, dies steigern
  • Frontheben am Kabelzug mit moderatem Gewicht und vielen 15 – 20 Wdh.
  • Seitheben am Kabelzug mit moderatem Gewicht und vielen 15 – 20 Wdh.
  • Außenrotation im Schultergelenk – mit Gummiband/am Kabelzug/Freihantel mit moderatem Gewicht und vielen 15 – 20 Wdh.

und ganz viel Mobility Training

Wichtig. Wichtig. Wichtig.
Eine gute Stoffwechsellage. Und das bekommen wir, wenn wir trainieren und mobilisieren, denn das fördert unter anderem die Durchblutung und so können Nährstoffe in Gelenk und Muskel gelangen und Schadstoffe abtransportiert werden.

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