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Das passiert, wenn du zu lange auf einem hohen Stresslevel bist

Es gibt Zeiten, da ist es in unserem Leben vielleicht kurzzeitig mal etwas stressig. Stressige Zeiten kommen und gehen. Was aber, wenn du von deinem Stresslevel nicht mehr zurück in die Entspannung findest? Was passiert, wenn du über lange Zeit in einem hohen Stresslevel bleibst, bewusst oder unbewusst?

Darum soll es heute gehen. Schauen wir uns an welche Prozesse bei Stress im Körper losgetreten werden. 

  • deine Sinne schärfen sich
  • deine Verdauung wird langsamer
  • deine Anspannung in deiner Muskulatur erhöht sich
  • deine Atmung wird schneller
  • dein Stoffwechsel verändert sich (der Blutzuckerspiegel steigt, um Energie bereit zu stellen)
  • Stresshormone wie Adrenalin und Noradrenalin werden vermehrt produziert
  • Cortisol wird ausgeschüttet

Und wenn du dich im Dauerstress befindest und zwischendurch deinen Körper, dein Nervensystem und deinen Geist nicht beruhigst, passiert – dramatisch ausgedrückt – folgendes: Dein Gehirn geht auf Sendepause (denn es will überleben) und gibt an deinen Körper ab, der ab diesem Punkt nur noch funktioniert. Warum ist das so? Weil dein Gehirn und dein Körper keinen Unterschied zwischen Stress und Überlebenskampf machen. Dauerstress bedeutet für deinen Körper, dein Nervensystem und dein Gehirn: LEBENSGEFAHR.

Wow! wie krass genial ist das denn bitte von Natur aus eingerichtet. Wir haben ein ganz eigenes „Überlebensprogramm“ installiert, das immer dann anspringt oder eingreift wenn wir uns in „Lebensgefahr“ befinden. Wenn wir also dringend flüchten, kämpfen oder uns verstecken müssen, um zu überleben.

Der Haken daran ist, dass wir uns heute in der Regel nicht wirklich oft in Lebensgefahr befinden und trotzdem springt es an, weil es eben nicht unterscheiden kann. Die Prozesse, die im Körper arbeiten sind ein und die selben. Bei Stress und bei Lebensgefahr.

Wir sind nun an dem Punkt, an dem dein Körper nur noch funktioniert. Das kann länger „gut“ gehen, bis eben auch deine letzten Reserven aufgebraucht sind. Dann fängt dein Körper an, deutlichere Signale zu senden. Vielleicht wirst du oft krank, kannst bei Nacht nicht mehr schlafen, bist ständig gereizt, hast Schmerzen. Die Symptom Palette ist hier sehr umfangreich. Und wenn du dann auf gar keines der Signale hören möchtest, macht zu Letzt der Körper dicht. Das kann dann von heute auf morgen gehen. Ich will wirkliche keine Panik verbreiten, aber ich habe das am eigenen Körper erlebt und weiß deshalb wovon ich rede.

Nun, sind wir also an dem Punkt, an dem wir wirklich wirklich in die Ruhe kommen sollten. Das wiederum gestaltet sich nun etwas anders als du vielleicht erwarten würdest. Reine mentale Entspannungsverfahren wie: Meditation, Autogenes Training, Fantasiereisen etc. können nicht mehr oder nur bedingt helfen. Wir erinnern uns daran, dass das super schlaue Gehirn beschlossen hat an den Körper abzugeben, weil es einfach keine Kapazität mehr hat. Und wo setzen mentale Entspannungsverfahren an. Genau, im Kopf. Da ist aber gerade Sendepause, das heißt wir müssen über den Körper gehen, um den Geist zu beruhigen und unser Gehirn von Standby wieder auf ON zu schalten. 

Erst wenn unser Gehirn wieder arbeiten kann, können wir auch wieder konkrete und klare Entscheidungen treffen, sind Aufnahmefähig und können Neues lernen. Können dann in mentale Entspannungsverfahren gehen.

Zuerst aber gehen wir in die sanfte Bewegung, mit der wir folgendes trainieren:

  • Selbstwahrnehmung 
  • Stabilität
  • Kraft
  • Koordination
  • Beweglichkeit
  • Tiefensensibilität
  • Ausdauer
  • Ruhe 

Unser Körper kommt zur Ruhe, wir lernen uns wieder selbst zu spüren. Gehirn und Körper lernen wieder das selbe zu wollen. Und das wichtigste ist, dass unser Körper Signale an unser Gehirn sendet, dass wir in Sicherheit sind und alles ok ist. 

Dafür brauch es Zeit, Zeit, die du dir auch unbedingt nehmen solltest. Das geht je nach Stresslevel bei der einen Person in ein paar Wochen, kann bei einer anderen Person Monate dauern. Das wichtigste ist aber zuerst einmal zu merken, dass du dich auf einem überhöhten Stresslevel und in einem täglichen Überlebenskampf befindest und dann etwas änderst. In diesem Beitrag kannst du den 7 Schritte Plan nachlesen, der für diesen Fall greift.

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